Power Napping - Mittagsschlaf als Energie Booster

Power Napping - Mittagsschlaf als Energie Booster

November 08, 2017

So viel Spass die Arbeit macht, man braucht einfach Erholungsphasen. Es ist niemand in der Lage, sich 8 Stunden am Stück zu konzentrieren. Wenn lange Zeit ohne Erholungspause gearbeitet wird, leidet die Qualität der Arbeit. Die Frage ist: Was soll man jedoch während dieser Mikro-Pausen tun?

Schlafen, shoppen, bei Facebook surfen, die beste Freundin zum Kaffee im Büro empfangen? All das würde man gerne in der Mittagspause erledigen.

Die Forschung hat herausgefunden, dass direkt nach einem kreativen Workshop oder einem Lachtherapie-Workshop, die Leute eine erhöhte Produktivität mit durchschnittlich 12 Prozent hatten. Auch Kunst als Form der Therapie verbessert die geistige Gesundheit und reduziert den Stress. Aktive künstlerische Betätigung führt zu einer Steigerung der funktionellen Verbindungen im Ruhenetzwerk des Gehirns. Daraufhin erhöht sich die psychologische Widerstandsfähigkeit und das subjektive Wohlbefinden. Dabei haben einige Untersuchungen ergeben, dass Mittagsschläfer von einem besseren Herz-Kreislauf-System profitieren und ihre Leistungsfähigkeit sogar um 35 Prozent steigern können.

Ein Nickerchen ist gesund und macht wieder fit. Trotzdem hat sich Power-Napping nicht durchgesetzt. Schlafen bei der Arbeit bleibt verpönt. Warum?

In Spanien oder Lateinamerika heißt es Siesta, in Japan wird es Inemuri genannt. In vielen Ländern ist eine Mittagsruhe Teil der Kultur und gehört sogar als Teil einer längeren Mittagspause zum Arbeitsalltag dazu. Hierzulande dagegen ist das Nickerchen verpönt, lediglich Kleinkinder und Senioren halten einen Mittagsschlaf. Undenkbar wäre aber, dass sich in ganz normalen Jobs – im Handwerk, im Verkauf oder in der Produktion etwa – sich Arbeitnehmer für eine Schlafpause zurückziehen.

Zwar gab es immer mal wieder Versuche, unter dem Modewort Power-Nap einen kurzen Tagschlaf auch für Berufstätige einzuführen, aber durchgesetzt hat sich das nie. Hauptgrund: Das Image des Schläfchens zwischendurch ist zu schlecht. Und die Arbeitswelt eng getaktet. Wer während der Arbeit die Augen schließt oder sich sogar zum Schlummern zurückzieht, gilt als faul und arbeitsunwillig. Und wer das möglicherweise sogar regelmäßig tun möchte, dürfte sich den Ärger von Kollegen und Vorgesetzten zuziehen.

Ingo Fieze ist Verfechter des Büroschlafs. "Mir geht nicht in den Kopf, warum Schlafen bei der Arbeit so verpönt ist", sagt der 53-Jährige. Wenn jemand die Arbeit unterbricht, um eine rauchen zu gehen, sei das in Ordnung. "Aber wer für ein paar Minuten die Augen zumacht, muss Angst haben, erwischt zu werden. Das kann doch nicht angehen." Ingo Fieze ist Professor an der Berliner Charité und Leiter des interdisziplinären schlafmedizinischen Zentrums, das zur Uni-Klinik gehört.

Die ersten Firmen trauen sich nun und gönnen ihren Mitarbeitern Massagesessel und Hightech-Schlafzimmer.

Wenn man es genau nimmt, fällt so eine Maßnahme sogar unter Betriebliches Gesundheits-Management (BGM) oder doch zumindest unter Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF). Betriebliches Gesundheits-Management und Betriebliche Gesundheitsförderung sind Pflichtaufgaben des Chefs!

Medizinern zufolge ist ein kurzer Tagschlaf gesund. Das belegt unter anderem auch eine Langzeitstudie der Harvard School of Public Health unter 24.000 Menschen aus Griechenland. Die Forscher hatten festgestellt, dass diejenigen, die mindestens dreimal in der Woche eine halbe Stunde lang am Mittag schliefen, ein um 37 Prozent geringeres Risiko für einen Herzinfarkt hatten, weil im Schlaf Stresshormone schneller abgebaut werden. Und dazu, kann die Leistungsfähigkeit sogar um 35 Prozent steigern.

Es gibt heutezutage innovative Kissen, speziell für Büroschlaf kreiert, sogenannte Powernap-Kissen, für bequeme Minuten im Wunderland.



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